Schützen suchen Standort für regionale Schiessanlage

146. DV des Kantonalschützenverbandes Uri / 132 Delegierte und Gäste anwesend

An der Delegiertenversammlung standen die zahlreichen Würdigungen der Leistungen der Urner Schützinnen und Schützen im Zentrum. Die Urner Schützen wollen eine gut funktionierende Armee und Luftwaffe, deshalb braucht es den Kauf des Gripen. Am Samstag, 9. März wurden 100 stimmberechtigte Delegierte des Kantonalschützenverban-des Uri (KSVU) und 32 Gäste im Schulhaus Gräwimatt in Schattdorf von der „Blaskapelle Schattdorfer Nachtbüäbä“ musikalisch begrüsst. Als Organisator wirkte die einheimische Schützengesellschaft mit Präsident Felix Arnold. Er verstand es, mit seinen Kolleginnen und Kollegen den Gästen einen perfekten Rahmen, dazu gehört auch ein sehr schön dekorierter Saal, zu bieten. Auch Gemeindepräsident Rolf Zgraggen hiess die Schützenfamilie im Lands-gemeindedorf herzlich willkommen und gratulierte den Sportlern zu den hervorragenden Er-gebnissen, die sie in der letzten Saison erzielt haben. „Für ein Dorf ist jeder Verein, dazu gehört auch der Schützenverein, eine wichtige Institution, denn hier wird Nachwuchsarbeit betrieben und jedes Kind ist dort gut aufgehoben“, führte der Gemeindepräsident weiter aus.

Präsident Christian Simmen blickt auf ein spannendes Jahr zurück

„Für mich war es ein spannendes und interessantes, aber auch intensives Jahr“, schreibt der Präsident, Christian Simmen, in seinem ersten Jahresrückblick. „An den zahlreichen Sitzungen und Anlässen konnte ich wertvolle Kontakte knüpfen, denn es wurde mir in diesem Jahr eindrücklich bewusst, wie wichtig ein gutes Netzwerk ist“. Im vergangenen Jahr musste das Schweizervolk über „die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht“ ihre Meinung an der Urne kundtun. Dank dem grossen Einsatz der Schützinnen und Schützen wurde diese Vorlage deutlich abgelehnt, im Kanton Uri sogar mit 85 % Nein-stimmen! Nun steht dieses Jahr mit dem „Gripen-Kauf“ der nächste Abstimmungskampf vor der Türe. Dabei hoffen und zählen die Verantwortlichen darauf, dass die Schützinnen und Schützen dem Kauf des Gripen mit einem klaren Ja zustimmen. Die Jahresberichte des Präsidenten, Jungschützenleiters, Eidgenössischen Feldschiessen, Pis-tolenschiessens, Einzelwettschiessens und der allgemeinen Schiesstätigkeit wurden den Delegierten schriftlich zugestellt und ohne Wortmeldung von den Delegierten genehmigt.

Kein Nachfolger für Tony Furger gefunden

Nach vielen Jahren in denen sich Tony Furger enorm für das Urner Schiesswesen eingesetzt hatte, gab er auf die Delegiertenversammlung seinen Rücktritt bekannt. Seit 2006 war er Chef „Abteilung Gewehr 300m / Ressort Schützenmeister“. Christian Simmen hatte Tony Furger als einen aufrichtigen und gradlinigen Mann kennengelernt, der für seine Entscheide immer gerade stand. Dies wünscht sich der Präsident manchmal auch von den Politikern! „Leider muss ich sagen, dass es mir und dem Vorstand bis heute noch nicht gelungen ist, einen Nach-folger für Tony Furger zu finden“, sagte Christian Simmen enttäuscht. Bis die Lücke im Vor-stand wieder besetzt werden kann, wird dieser die Aufgaben von Tony Furger unter sich aufteilen, dafür bekam er das OK der Delegierten. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden mit grossem Applaus wieder gewählt. Es sind dies: Christian Simmen (Präsident), Tanja Inder-gand (Finanzen), Christine Truttmann (Administration) und Belinda Gamma (Abteilung Pistole).

Kassiererin Tanja Indergand konnte sagen, dass das vergangene Jahr, trotz dem Defizit von 10‘121 Franken ohne grosse Schwierigkeiten verlief. Rechnungsrevisor Josef Arnold lobte die sorgfältige und vorbildliche Rechnungsführung der Kassiererin, denn immerhin musste sie im letzten Jahr mindestens 500 Buchungen vollziehen.

Viele Schützinnen und Schützen geehrt

An den Schweizermeisterschaften brillierte Daniel Baumann von der SG Spiringen mit dem Gewinn des Schweizermeistertitels über 300m mit dem Karabiner. Nach dem Liegendprogramm lag er mit 280 Punkten auf dem 3. Rang. Dank weiteren 40 guten kniend Schüssen und der letzten nervösen Passe erreichte er schlussendlich 556 Punkte und egalisierte damit erst noch den Urner Rekord. Bei den Luftgewehrschützen durfte Paul Wyrsch zum zweiten Mal nach 1999 die Silber Medaille in Empfang nehmen, diesmal jedoch in der Kategorie Senioren mit 403,9 Punkten, das war zugleich auch neuer Urner Rekord. Die Goldmedaille ver-passte er dabei hauchdünn um 0,4 Punkte! Auf ein sehr erfolgreiches Jahr konnte der Bürgler Stephan Loretz zurückblicken. So erreichte er nicht nur mit der Armbrust einen Spitzenplatz nach dem Anderen, sondern auch mit dem Luftgewehr, wie an den Zentralschweizer Luftgewehrmeisterschaften, wo er den Meistertitel holte. Bei den Schweizerischen Gruppenmeister-schaften über 300 Meter überzeugten die Schattdorfer. In der zweiten Hauptrunde schossen sie sich mit 686 Punkten zum Kombinationssieg. Danach hatten die Schützen aus Schattdorf als einzige Urner Gruppe noch die Chance, das Finale zu erreichen, was ihnen mit guten 694 Punkten und dem zweiten Kombinationsrang schafften. Leider versagten im Final „Albisgüet-li 2013“ die Nerven im entscheidenden Moment und so schied Schattdorf dort schon in der ersten Runde mit mageren 641 Punkten aus. Felix Zurfluh, Ressortleiter Jungschützen, konnte von vielen guten Resultaten der Urner nachwuchsschützen berichten. So gewann Reto kempf den kantonalen Einzelwettkampf vor Nicolas Imhof und Marcel Püntener. Die Schützenmeis-terschaft gewann wiederum Reto Kempf vor Severin Arnold und Alexandra Imhof. Die Feldmeisterschaftsmedaille erhielten folgende Schützen aus den Händen von Ressortleiter Theo Imhof: Christof Arnold, Theo Dittli, Albin Epp, Tony Furger, Hanspeter Gisler, Walter Herger, Ambros Indergand, Hans Scheiber, Bruno Stamm und Paul Truttmann.

Standort für regionale Schiessanlage gesucht

Drei Arbeitsgruppen befassen sich mit dem Projekt KSVU 2020, welche die Verbands- und Vereinsstrukturen, die Nachwuchsförderung und die Urner Schiessanlagen durchleuchten. Dazu sagte Adi Arnold: „Ein wesentliche Aufgabe besteht darin, die Förderung und Ausbildung von Nachwuchsschützen voranzutreiben und unser Ziel muss sein, dass der Schiesssport ein Ganzjahressport wird, denn ohne Nachwuchs hat der Schiessport keine Zukunft“. Eine Arbeitsgruppe sucht derzeit einen Standort für eine regionale Schiessanlage im Kanton Uri. „Ein geeigneter Ort für dieses Schiesszentrum sei vor dem NEAT Portal in Erstfeld“, sagte Adrian Arnold. Dies ist ein zentraler Standort im Urner Talboden, bietet eine optimale Erschliessung mit Bus und Auto und der vorhandene Damm im Portalbereich optimiert die Lärmimmissionen. „Wir haben bereits mit der Standortgemeinde Gespräche geführt und dort unser Projekt vorgestellt“, führte Adrian Arnold weiter aus. „Tatsache sei aber auch, dass die Erstfelder Behörden nicht gerade gejubelt haben über das geplante Projekt“. Trotzdem will man mit dem Kompetenz- und Leistungssportzentrum Schiessen weitermachen und deshalb seien Gespräche mit dem Kanton geplant, um dessen Haltung kennenzulernen. Regierungsrat Beat Arnold gratulierte allen geehrten und ausgezeichneten Schützen und dankte dem Schützenverein Schattdorf für die gute Organisation der DV. „Die Schweiz braucht eine gesunde Armee und eine funktionierende Luftwaffe. „Deshalb braucht es die Anschaffung des Gripen über die wir am 18. Mai abstimmen können“, führte der Sicherheitsdirektor weiter aus! Die nächste Delegiertenversammlung findet am 7. März 2015 im Pfarreizentrum Erstfeld statt und wird von der Pistolenschützensektion Altdorf/Erstfeld organisiert. Paul Gwerder

Tony Furger wird vom Vorstand des KSVU verabschiedet (von links)
Tanja Indergand, Christian Simmen, Tony Furger, Christine Truttmann und Belinda Gamma